Fachschaft Französisch

Pädagogischer Rahmen der Arbeit

Die Fachschaft ist bestrebt ihre unterrichtliche Tätigkeit eng an den im Lehrplan definierten Zielsetzungen bei der Erziehungs- und Bildungsarbeit auszurichten. Besonderes Augenmerk wird dabei stets auf die Vermittlung zentraler humanistischer bzw. christlich/neutestamentarischer Werte gelegt, um den SchülerInnen einen Referenzrahmen zu bieten, mit Hilfe dessen sie ihr tägliches Tun in selbstreflektiertes Handeln umwandeln können. Besonders die Auseinandersetzung mit anderen kulturellen Vorstellungen, wie sie durch die Kinder mit Migrationshintergrund in die Schule eingebracht werden, wirken hier als Bereicherung der Gesamtsituation. Sie bieten sowohl die Möglichkeit Gemeinsamkeiten mit Trägern andersartiger Kulturen zu entdecken als auch Entwicklungen und Vorstellungen in der eigenen Kultur kritisch zu hinterfragen, als richtig anzunehmen oder als verbesserungswürdig konstruktiv abzulehnen.

Diese für die Persönlichkeitsentwicklung zentralen Prozesse gilt es im Hintergrund des Unterrichtsalltags beständig und bereitwillig zu verfolgen und im fruchtbaren Moment flexibel und adressatengerecht auf die Agenda des Tagesgeschehens zu bringen. Die diesen Zielsetzungen zweckdienlichen Situationen, die durch das Lehrwerk „Tous Ensemble“ immer wieder angeboten werden, werden durch Materialien unterschiedlichster Art ergänzt und abgerundet. Auf diese Weise versucht die Fachschaft, ihren Beitrag zu dem uns vom Lehrplan erteilten Auftrag zu leisten, entschlossen handelnde Persönlichkeiten in einer pluralistischen Gesellschaft hervorzubringen. Einem jeden unterrichlich Handelnden muss es ein großes Anliegen sein, zu vermeiden, dass diffundierte Persönlichkeiten in die Gesellschaft entlassen werden, die leicht von radikalem Gedankengut infizierbar sind oder allzu leicht hilflose Opfer von Sekten werden können.

Grundlegende Zielsetzungen

Der Französischunterricht dient vor allem dazu, die SchülerInnen dazu zu befähigen, in konkreten Situationen des Alltags mündlich und schriftlich adäquat zu handeln. Diese Befähigung der SchülerInnen geschieht nicht als Selbstzweck. Wir als Fachschaft glauben fest an die Sinnhaftigkeit der europäischen Integration unseres Heimatlandes mit Frankreich und Deutschland als zentrale Triebkräfte. Um ein Europa der Völker schaffen zu können ist eine grundlegende Verständigungsmöglichkeit der Menschen, die das Herz Europas ausmachen, sicherzustellen. Als ein Steinchen für das Fundament der Befähigung der Völker zum Diskurs und zum konstruktiven Austausch sehen wir unsere unterrichtlichen Bemühungen um das Französische. Auf der Basis der bei uns erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen streben viele SchülerInnen gerade der Sprachenklassen höhere Bildungsziele an, nachdem sie unsere Schule verlassen haben.

Um diese Ziele der SchülerInnen mitzuermöglichen, wirkt der Unterricht nicht nur auf eine fundierte schriftliche Beherrschung des Französischen bei den SchülerInnen hin. Wir sind uns als Fachschaft auch der Relevanz des gesprochenen Französisch bewusst. Einen Weg in Betriebe, die verstärkt mit Frankreich - dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands in Europa - zusammenarbeiten, können die SchülerInnen sich durch Erreichen einer hohen mündlichen Kompetenz im Französischen ebnen. Das Angebot der Schule, im Rahmen der dritten Schulaufgabe der 9ten Klasse ein DELF-Zertifikat zu erlangen, welches die fachlichen Kompetenzen der Schüler fein aufgeschlüsselt in einem international anerkannten Zertifikat belegt, soll die Chancen der SchülerInnen erhöhen, einen Beruf ergreifen zu können, für welchen die nachweislich hinreichende Beherrschung des Französischen eine Grundvoraussetzung ist.

Veranstaltungen über den Unterricht hinaus

Wir bieten unseren Französisch-Lernenden der achten Klasse seit Jahren erfolgreich eine Studienfahrt nach Straßburg an. In den letzten Jahren haben wir unser Angebot dabei auch auf Schüler ausgeweitet, die im Unterricht nicht Französisch lernen. Dies geschah, weil sich die Französischklassen immer häufiger als Mischklassen konstituierten. Dies tat der Akzeptanz der Fahrt sowohl bei den Eltern als auch bei den Schülern keinen Abbruch. Unser Hauptaugenmerk bei der Fahrt liegt dabei auf der geschichtlichen und kulturellen Erkundung der Stadt und der Region. Die Schüler bereiten dabei in Kleingruppen Referate über ausgewählte Themen und Persönlichkeiten vor. Diese halten sie dann an relevanten Örtlichkeiten (z.B.: über Albert Schweitzer vor dessen Geburtshaus, über das Münster auf dem Münsterplatz, über die Weltkriege am Großunterstand in Hatten an der Maginot-Linie). Die thematische Ausgestaltung und Bewertung der Referate erfolgt dabei in Absprache mit Lehrkräften anderer Fachschaften, insbesondere mit der für die Klasse zuständigen Geschichtslehrkraft. In bescheidenem Rahmen bietet die Fahrt den Französisch-Lernenden natürlich die Möglichkeit zu ersten konkreten Erfahrungen mit der Verwendbarkeit des Französischen in bestimmten Alltagssituationen.

Unterrichtliche Besonderheiten

Kleinere vorwiegend eng mit dem Unterricht verzahnte landeskundliche Entdeckungen finden etwa zu Weihnachten statt. Auch am Deutsch-Französischen Tag im Januar erhalten die Schüler Gelegenheit ihren Horizont über den reinen Fremdsprachenerwerb zu erweitern. Dabei bieten Recherchen im Internet die Möglichkeit, das Französische auf Original-Internetseiten zur Anwendung zu bringen. Dies geschieht auch bei der unterrichtlichen Thematisierung von bekannten Bauwerken vor allem in Paris. Die Schüler haben Kenntnis von den Online-Auftritten wichtiger französischer Jugendzeitschriften, von welchen auch immer wieder in Prüfungen Texte herangezogen werden. Im Konversationsunterricht der zehnten Klassen finden immer wieder Texte aus diesen Quellen Einsatz. Die Anbahnung textueller Kompetenz liegt der Fachschaft sehr am Herzen, daher besteht auch das Angebot an die Schüler, Lektüren auszuleihen – über den Einsatz kleinerer Lektüren im Unterricht hinaus.

Ein wichtiger Bestandteil der fächerübergreifenden Kompetenzbildung ist die Befähigung der Schüler, ihr Wissen und Können eigenständig zu erweitern. Dazu werden sie bereits früh an die Verwendung von geeigneten Nachschlagewerken in Papierform und Online herangeführt. Auf den großen Nutzen des häuslichen Einsatzes von audiovisuellen Medien in der Fremdsprache werden die Schüler immer wieder hingewiesen. Deren sinnvollen Einsatz und deren gewinnbringende sprachliche Auswertung wird im Unterricht exemplarisch trainiert. Die Emanzipierung des Lernenden im Bemühen um Wissenserwerb und Wissenserweiterung ist dabei das Fernziel.