Fachschaft Mathematik

Schwerpunkt Kompetenzen

Die Lehrkräfte der Fachschaft Mathematik gestalten ihren Unterricht so, dass die Schülerinnen und Schüler die allgemeinen mathematischen Kompetenzen erwerben können. Diese Kompetenzen sind Argumentieren, Probleme lösen, Modellieren, Darstellungen verwenden, mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen und Kommunizieren. Umfangreiche Materialien der Fachschaft unterstützen dabei den Mathematikunterricht. Dazu gehören Arbeitsblätter mit Selbstkontrolle, Lernzirkel, Übungszirkel, Spiele, Körpermodelle mit Oberflächennetzen, Mathekoffer, Würfelsätze usw.

Schwerpunkt Gleiche Standards

Der Ringtausch bei den Nachkorrekturen der Schulaufgaben und der regelmäßige Austausch der Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Jahrgangsstufen ermöglichen gleiche Standards für die Schüler und eine persönliche Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität.

Schwerpunkt Geometrieprogramm

An unserer Schule finden regelmäßig schulinterne Lehrerfortbildungen im Fachbereich Mathematik statt. Da wir seit circa eineinhalb Jahren in allen Räumen mit Beamern und modernen Medientendern inclusive internetangebundener Laptops und Dokumentenkameras ausgestattet sind, liegt unser Schwerpunkt zur Zeit auf den Einsatz eines Geometrieprogramms. Wir haben uns für GeoGebra entschieden, da GeoGebra nicht nur eine Dynamische-Geometrie-Software ist, sondern es auch die algebraische Geometrie abdeckt, also auch das Rechnen mit Zahlen, Punkten und Vektoren ermöglicht. Die neuere Version erlaubt nicht nur die zweidimensionale Darstellung von Figuren, Axialschnitte, Funktionsgraphen usw. in der Ebene, sondern nun auch die dreidimensionale Darstellung von Körpern im Raum (3D). Wir sind der Meinung, dass der Einsatz im Unterricht das Vorstellungsvermögen der Schülerinnen und Schülern unterstützt und das Verständnis für mathematische Zusammenhänge schult.

Schwerpunkt Förderung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler

Für leistungsschwache Schülerinnen und Schüler bieten wir seit Jahren, wenn möglich, auch in den höheren Jahrgangsstufen einen Ergänzungsunterricht in Mathematik an. In kleinen Gruppen wird der aktuelle Stoff noch einmal bearbeitet und gefestigt. Auftretende Lücken werden individuell geschlossen. Die Schüler und Schülerinnen mit schwachen Leistungen werden dann zur Teilnahme verpflichtet. Nur ihre Eltern können sie begründet abmelden.

Exkursionen

Ja! Mathematik kann man auch anfassen! Nicht nur durch Rechnen von Aufgaben oder Zeichnen von Strecken, Geraden oder Punkten kann man einen Zugang zur Mathematik finden. Nein, auch durch konkretes Anfassen und Arbeiten mit handwerklichen Methoden kann man mathematische Probleme lösen! Diese Erfahrung machten die 5. Klassen auf der Ausstellung mathematikum. Diese Ausstellung reist bereits seit 1994 durch ganz Deutschland und hat verschiedenste Exponate dabei. Alle haben einen Bezug zur Mathematik und sollen jeweils ein mathematisches Phänomen genauer durchleuchten. Zwei von uns selbst erlebte Stationen:

Wer kommt am weitesten über den Abgrund?
Quadrate können schweben! Können sie das wirklich? Bei einer Station sollten wir mit Hilfe von fünf Quadraten ein einzelnes Quadrat über dem Abgrund schweben lassen. Gar nicht so leicht zu lösen, diese Aufgabe! Doch auch hier haben wir einen Weg gefunden.

Wo geht´s am schnellsten runter?
Ist eine Kugel auf geradem Weg oder mittels einer Kurve schneller am Ziel? Dieses Phänomen haben wir auch gelöst und noch verschiedene weitere Dinge mit dieser Anordnung ausprobiert.

Projekte

Ein Beispiel, wie an unserer Schule Mathematik aktiv gelebt wird, ist das Unterrichtsprojekt „Größen messen und darstellen“. Es fand im Rahmen einer 8-stündigen Unterrichtssequenz vom 04.12.15 bis zum 14.12.15 in der Klasse 5a an der staatlichen Realschule Vöhringen statt. Projektleiter war Herr Hofmiller, unterstützt durch Frau Klotz und Frau Baumann. Fünf Unterrichtseinheiten wurden für die Durchführung des Projekts verwendet. Darunter waren zwei Doppelstunden. In der letzten Stunde fand eine Besprechung ausgewählter Aufgaben aus dem Wissenstest statt, bevor die Projektpräsentation das Unterrichtsprojekt abschließt.

Die Fähigkeiten Messen und Schätzen verkörpern zentrale Bestandteile in Beruf und Alltag. Der Umgang mit Größen und der Entwicklung einer adäquaten Größenvorstellung sind Grundvoraussetzungen, unser Leben zeitlich, räumlich und wirtschaftlich ordnen zu können. Unterrichtsprojekte sind sicher die anspruchsvollste, aber gleichzeitig ertragreichste Form eigenverantwortlichen Arbeitens. Anspruchsvoll sind sie deshalb, weil sie schülerseits ein hohes Maß an Methodenkompetenz, Selbstmanagement und Sozialkompetenz voraussetzen. Allerdings sind Unterrichtsprojekte auch ausgesprochen gewinnbringend, nicht nur, weil sie viel Freiraum für Eigeninitiative, Kreativität, gestalterisches Wirken, Selbständigkeit, Eigenverantwortung und Kooperation bieten, sondern auch, weil sie den organisatorischen Rahmen schaffen, um interessanten, auch unkonventionellen Fragen nachzugehen. Das Unterrichtsprojekt „Größen messen und darstellen“ zielt neben dem Messen von Größen an sich, vor allem auf die Entwicklung bzw. Förderung von Größenvorstellungen ab. Kinder nehmen ihre Umwelt aus anderen Perspektiven und oftmals in anderen Dimensionenwahr als Erwachsene. Diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen führen zu verschiedenen und oftmals verzerrten Größenverständnissen und Vorstellungen. Das Arbeiten mit Größen bereitet vielen Schülern immer wieder Schwierigkeiten. Um diese Probleme schrittweise und systematisch abzubauen, bietet sich ein Projekt, wie dieses, geradezu an. Durch das Messen, Darstellen, Fühlen von Größen sowie das regelmäßige Schätzen erleben die Kinder den Mathematikunterricht mit allen Sinnen und können dadurch ihre Vorstellungen und Kompetenzen automatisch entwickeln. Denn was ist wichtiger? Eine Vorstellung von 7,20 Meter zu besitzen oder „7 m 20 cm + 3 m 46 cm“ möglichst schnell schriftlich ausrechnen zu können?

Die Durchführung des Projektes „Größen messen und darstellen“ gliederte sich in zwei Etappen. In der ersten Phase erarbeiteten sich die Gruppen die Grundvoraussetzungen für den weiteren Verlauf des Projekts, indem sie sich den Begriff bzw. die Definition von „Größen“ aneigneten und einen Einblick in die verschiedenen Maßeinheiten der Messgrößen bekamen. Zudem lernten die Schüler sowohl den direkten als auch den indirekten Vergleich von Objekten
kennen und erschlossen sich daraus die Notwendigkeit von standardisierten Maßeinheiten. In der zweiten Phase des Projekts sollte eine hohe Anzahl an Messversuchen die praktische Fertigkeit des Messens sowie die Größenvorstellung der Kinder fördern. Hierbei bezogenen sich die Darstellungen und Messungen immer wieder auf Alltagsgegenstände und Körpermaße der Kinder. Während der Stationenarbeit befassten sich die Gruppen zudem mit altertümlichen Maßeinheiten und probierten sich an verschiedensten Messinstrumenten aus. Im weiteren Verlauf fand die Vermessungs-Rallye statt, wobei die Projektgruppen verschiedene Stationen in und außerhalb des Klassenzimmers
anliefen und entsprechende Schätz- und Vermessungsaufgaben bewältigen mussten. Die Rallye zeichnete sich durch einen hohen Wettkampfcharakter aus. Durch möglichst genaues Schätzen und Messen konnten sich die Teams hierbei Punkte erspielen, welche in der Endabrechnung den „Rallye-Sieger“ festlegten. Die Erwartungen an das Projekt wurden deutlich übertroffen. Fasziniert haben vor allem die zunehmende Selbstständigkeit und die Freude der Schüler darüber, sich vom gewohnten Lernumfeld zu lösen und auch außerhalb des Klassenzimmers Mathematik wahrzunehmen. Die Intention dieses Unterrichtsprojekts, nämlich die Schulung einer adäquaten Größenvorstellung sowie des Umgangs mit dem Messen und Darstellen von Größen, kann nach der Reflexion und Auswertung der Ergebnisse als erreicht angesehen werden. Darüber hinaus konnten dank dieser sehr offenen Unterrichtsform bestehende Disharmonien und Strukturprobleme innerhalb der Klasse aufgedeckt werden, welche wahrscheinlich im Alltag gänzlich unbekannt  geblieben wären. Dies gab erst die Möglichkeit zu intervenieren und gegenzusteuern. Die Analyse des Fragebogens  signalisierte diesbezüglich erste Fortschritte zu einer verbesserten Kooperation des Klassenverbandes. Das Projekt „Größen messen und darstellen“ hat unmissverständlich gezeigt, dass sich Projektunterricht angesichts der großartigen Ergebnisse wohl in jeder Jahrgangsstufe lohnt und dass bei guter Planung der hohe Lernertrag die zeitliche Belastung mehr als nur ausgleicht. Denn neben dem Neuerwerb von Fachwissen ist es auch die Aneignung und Förderung von sozialen Kompetenzen, die nachhaltig zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler beitragen. „…Was Ihre Schüler und Schülerinnen in einem Projekt lernen, vergessen sie nicht so schnell wie unsere Lehrervorträge“.