Leitziele

Im Physikunterricht soll den Schülern nicht nur Theorie vermittelt werden, denn bereits wenige Jahre nach dem Schulabgang der Schüler, verschieben sich durch den ständigen Faktenzuwachs, bereits wieder die Akzente. Deshalb ist es wichtig, den Schülern das allgemeine Verständnis darüber, wie man zu naturwissenschaftlichen Kenntnissen gelangt, nahezubringen. Die Schüler sollen die physikalische Herangehensweise an naturwissenschaftliche Fragestellungen erlernen, ihre Nützlichkeit erkennen und diese in neuen Situationen selbst anwenden können. Das wichtigste Hilfsmittel dazu ist das Experiment.

Schwerpunkt Versuche

Da das Experiment in der Physik eine so zentrale Rolle spielt, wird innerhalb der Fachschaft darauf geachtet, wenn thematisch möglich, die zu behandelnden Unterrichtsinhalte anhand eines oder mehrerer Versuche zu veranschaulichen und zu untersuchen. Dabei kommen unterschiedliche Arten von Experimenten zum Einsatz. Als Lehrerdemonstrationsexperiment werden auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinende oder verblüffende Experimente eingesetzt. Dadurch soll die Motivation und das Interesse der Schüler für die naturwissenschaftliche Fragestellung geweckt werden. Beispiel: Ein Magnet schwebt langsam durch ein Kupferohr nach unten, statt mit normaler Geschwindigkeit durch das Rohr zu fallen. Durch diesen scheinbaren „Zaubertrick“ werden die Schüler ermuntert sich mit Hilfe ihres bereits vorhandenen Wissens eine Erklärung für dieses rätselhafte Phänomen zu  überlegen.

Falls sich ein physikalischer Zusammenhang im Rahmen der schulischen Möglichkeiten quantitativ erfassen und darstellen lässt, werden die dazu notwendigen Messwerte durch einen Versuch ermittelt. Der in Zusammenarbeit mit den Schülern erarbeitete Versuchsaufbau und die Durchführung des Versuchs fördert und fordert eine strukturierte und genaue Arbeitsweise der Schüler. Beispiel: Von welchen Faktoren hängt der elektrische Widerstand eines Drahtes ab? Gerade bei diesem Versuch lernen die Schüler, wie wichtig es ist, sich vor der Durchführung des Versuchs Gedanken über einen sinnvollen Versuchsaufbau bzw. die Versuchsdurchführung zu machen. Falls das Experiment keine Gefährdung für die Schüler darstellt, werden diese Versuche auch als Schülerdemonstrationsexperimente  durchgeführt.

Beispiel: Zwei Schüler befestigen an einem zweiseitigen Hebel Massestücke so, dass dieser im Gleichgewicht bleibt. Diese Art von Experiment hat den Vorteil, dass sich die Schüler der Klasse so meist unbefangener zum Versuchsgeschehen äußern, als wenn der Lehrer den Versuch durchführt. Schülerexperimente, bei denen alle Schüler der Klasse in Kleingruppen zu je zwei bis drei Schülern selbstständig ein Experiment durchführen, bieten sich z.B. in der 7. Jahrgangsstufe beim Thema Dispersion oder in der 9. Jahrgangsstufe beim Thema Elektromagnet, elektrische Klingel an. Die Schüler holen sich nach Anweisung das benötigte Versuchsmaterial, mit dem sie sich, mit Hilfe des Lehrers, einen der Aufgabenstellung entsprechend geeigneten Versuchsaufbau überlegen und den Versuch eigenständig durchführen. Dadurch können die Schüler die fachspezifische Arbeitsweise selbst erleben.

Schwerpunkt Alltagsbezug

Das Eingehen auf den praktischen Nutzen und die Anwendungen bzw. Gefahren oder Zukunftschancen im Bereich Physik sind wichtig, um den Schülern die Bedeutung und Möglichkeiten der Physik für unser alltägliches Leben aufzuzeigen. Zu den im Lehrplan vorgegebenen Themen achtet die Fachschaft deshalb darauf, jeweils passende Beispiele im Alltag zu nennen und zu besprechen. Die im Jahr 2015 in Deutschland sichtbare Mondfinsternis konnte z.B. in den Unterricht der 7. Jahrgangsstufe zum Lehrplanthema Optik, Schatten wunderbar eingebaut werden. Bei komplexeren Anwendungen, wie z.B. Verbrennungsmotoren oder Kernkraftwerke, wird deren Funktionsweise auch durch unterstützende Kurzfilme erklärt. Wenn aus Gründen der Sicherheit oder wenn das Thema die schulischen Möglichkeiten übersteigt, wie z.B. im Bereich der Astronomie oder der Verkehrserziehung (Auto-Crash-Test; Lehrplanbezug Trägheit), werden diese Inhalte oft mit einem Kurzfilm veranschaulicht.

Schwerpunkt Exkursionen

In jeder Jahrgangsstufe, vor allem in der Wahlpflichtfächergruppe I, wird spezifisches Grundwissen erarbeitet und auf einem gesonderten Blatt festgehalten – z.B. die Leistung, der Druck oder der Wirkungsgrad. Dieses Grundwissen wird immer wieder bei den Wiederholungen zu Beginn der Stunde abgefragt. Die Schüler sammeln so bis zur 10. Jahrgangsstufe viele grundlegende physikalische Erkenntnisse, welche ihnen bei der Bearbeitung der Abschlussprüfungsaufgaben zu Gute kommen sollen, da sie so einen besseren Überblick besitzen und nicht jede Formel in der Formelsammlung nachschlagen müssen. Darüber hinaus besitzen die Schüler so ein physikalisches Grundwissen, welches sie in ihrem nachschulischen Leben befähigen soll naturwissenschaftliche Fragestellung mündig beantworten zu können.

Exkursionen

Um den Schülerinnen und Schülern den Praxisbezug noch besser verdeutlichen zu können, werden - je nach Angebot - auch Exkursionen unternommen. So wurden z. B. Exkursionen zu einem Wasserkraftwerk, der Umweltstation in Legau, dem Motorenhersteller MAN, Ausflüge ins Planetarium oder zur Baumaswchinenmesser BAUMA durchgeführt.